Offener Brief der Ersten Männer

Aufgrund der schlechten Leistungen der laufenden Saison trennen wir uns mit sofortiger Wirkung von unserem langjährigen Trainer Ralf Heckel. Wir sind zu der Auffassung gelangt, dass Trainer und Mannschaft nicht mehr in dem Maße zusammenarbeiten konnten, wie es vorher der Fall war. Dabei möchten wir eindeutig klar stellen, dass wir uns der Tatsache bewusst sind, dass wir allein schuld an der Misere der letzten Wochen sind. Im Endeffekt stehen wir Spieler Woche für Woche auf der Platte und müssen uns auch der Verantwortung stellen. Wir sind mit unserer Art, Handball zu spielen, für die Niederlagen zuständig. Trotzdem sehen wir in diesem Trainerwechsel die Chance, etwas völlig anderes zu probieren und uns in eine andere Richtung zu entwickeln. Ob es am Ende für den Klassenerhalt reicht, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir sehen dies aber als Möglichkeit, das Schutzschild von der Mannschaft zu nehmen und jeden Einzelnen in die Verantwortung zu ziehen. Wir sind jetzt gefordert - mehr als sonst irgendwann.

Trotzdem möchten wir uns ausdrücklich bei Ralf für seine geleistete Arbeit bedanken. Er arbeitete immer vorbildlich und mit großem Eifer für die Mannschaft und für die gesamte HSG. Wir haben selten einen Trainer kennengelernt, der sich mit mehr Herzblut an seine Aufgaben gemacht hat. Und der Erfolg der letzten Jahre gibt ihm auch recht in Bezug auf sein langjähriges Engagement. Auch menschlich werden wir einen Mann in Ohrstedt bzw. Ostenfeld vermissen, der immer fair und anständig mit seinen Mitmenschen umgegangen ist. Wir hoffen, ihn trotz der misslichen Lage irgendwann wieder in unseren Hallen begrüßen zu können. Für den Augenblick sind wir aber der Ansicht, mit anderen Mitteln in den Kampf gegen den Abstieg zu gehen.

Als Interimscoach setzte der HSG-Vorstand Kai Flatterich ein, der schon ab Donnerstag die Geschicke der Mannschaft leiten wird. Wir glauben, mit diesem Schritt das Richtige getan zu haben, um die erste Männer wieder zurück auf Kurs zu bringen.

 

Mannschaft entscheidet sich gegen Trainer

Nach sportlicher Talfahrt: Ralf Heckel nicht mehr Coach des Handball-Oberligisten HSG Ohrstedt-Ostenfeld Ohrstedt - Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte -
0:12 Punkte, letzter Tabellenplatz - hat sich Handball-Oberligist HSG Ohrstedt-Ostenfeld mit sofortiger Wirkung von Trainer Ralf Heckel getrennt. Übergangsweise wird Ex-Spieler Kai Flatterich die Mannschaft betreuen, ehe ein neuer Coach gefunden ist.
„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Ralf hat immer mit Erfolg und vollem Einsatz für unseren Verein gearbeitet und trat dabei stets vorbildlich auf“, sagte HSG-Obmann Rolf Hänsel. Gerade in Bezug auf den Aufstieg in die Oberliga vor zwei Jahren habe der Verein dem scheidenden Trainer viel zu verdanken.
Letztlich entschied sich aber die Mannschaft in einer internen Sitzung Anfang der Woche gegen ihren Trainer. Grund dafür war, dass er große Teile der Mannschaft nicht mehr erreichte - schlechte Trainingsbeteiligung und der fehlende Einsatz der Mannschaft waren die Folge. „Ob dies nun der richtige Weg ist, muss sich zeigen. Auf jeden Fall ist die Mannschaft jetzt gefordert“, sagte Hänsel.
Ralf Heckel hatte das Team 2004 übernommen, es war seine erste Trainerstation bei den Männern. Nach dem Aufstieg in die Oberliga 2006 und zwei Jahren im Mittelfeld der Liga steht das Team nach sechs verlorenen Spielen am Tabellenende. Vorerst wird Kai Flatterich die Mannschaft übernehmen, ehe der Vorstand einen neuen Trainer gefunden hat. Die Gespräche mit potenziellen Kandidaten sollen bald beginnen.
Wer immer es auch sein wird - er kann, falls gewünscht, auf Heckels Unterstützung zählen. „Es gibt großen Respekt auf beiden Seiten“, sagte der 43-Jährige gestern, der seinem Ex-Team im Abstiegskampf die Daumen drückt: „Ich hoffe, dass sie es schaffen.“ Mit Übergangs-Coach Jan Flatterich hat er bereits telefoniert und Hilfe zugesagt.
Er sei traurig, weil er an und Umfeld gehangen habe, so der Ex-Trainer in einer ersten Stellungnahme. „Ich hätte gerne weiter gemacht, es war aber nicht meine Entscheidung. Ich gehe nicht im Zorn, die Mannschaft liegt mir nach wie vor am Herzen. Ich habe hier viereinhalb Jahre arbeiten dürfen. Es war lehrreich und wir haben auch gute Ergebnisse erzielt. “ Beim Zusatz: „Es ist leichter, den Trainer als die Mannschaft zu entlassen“, betonte Heckel, dass er das mit einem Schmunzeln im Gesicht sage.
Den Schritt könne er auf gewisse Art und Weise sogar nachvollziehen, auch wenn er natürlich nicht glücklich damit sei. Die Spieler hätten ihm ihre Entscheidung selbst überbracht und nicht den Weg über den Vorstand gewählt. Die Mannschaft hat sich unterdessen auf der Internet-Seite www.hsg-dieerste.com in einem Offenen Brief erklärt, den wir in Auszügen abdrucken (siehe Info-Box).
Die erste Bewährungsprobe für Team und Übergangstrainer gibt es am Sonnabend - dann tritt der Tabellenletzte um 18 Uhr beim TSV Altenholz II (Zwölfter) an.


H. LOHR/U. SCHRÖDER

 

 

 

Quelle: www.shz.de

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Trainerwechsel bei der HSG SZOWW / Flatterich löst Heckel ab

OHRSTEDT. In der Handball-Oberliga der Männer steht die HSG SZOWW (Sportzentrum Ohrstedt/TSV Ostenfeld-Wittbek-Winnert) nach sechs Spieltagen mit 0:12?Punkten am Tabellenende und muss um den Klassenerhalt bangen. Das hat in Ohrstedt zu einem Trainerwechsel geführt. Ex-Oberligaspieler Kai Flatterich, der schon heute das Training leiten wird, löst mit sofortiger Wirkung Ralf Heckel ab.

Dabei haben die Spieler selbst die Reißleine gezogen. In einem offenen Brief sehen die Aktiven die Schuld an der Misere bei sich selbst.

Selbstkritisch

Selbstkritisch schreiben die SZOWW-Spieler: "Im Endeffekt stehen wir Spieler Woche für Woche auf der Platte und müssen uns auch der Verantwortung stellen. Wir sind mit unserer Art, Handball zu spielen, für die Niederlagen zuständig. Trotzdem sehen wir in diesem Trainerwechsel die Chance, etwas völlig anderes zu probieren und uns in eine andere Richtung zu entwickeln."

Die eigene Verantwortung drückt das SZOWW-Team auch im Dank an den scheidenden Trainer aus:

"Wir möchten uns ausdrücklich bei Ralf Heckel für seine geleistete Arbeit bedanken. Wir haben selten einen Trainer kennengelernt, der sich mit mehr Herzblut an seine Aufgaben gemacht hat. Auch menschlich werden wir mit Ralf Heckel einen Mann vermissen, der immer fair und anständig mit seinen Mitmenschen umgegangen ist."

SZOWW-Handballobmann Rolf Hänsel bedauert die Entwicklung, findet es aber positiv, dass Mannschaft und Spieler die Verantwortung für die bisherigen Leistungen bei sich selbst sucht trotzdem "war es für mich ein schwieriges Gespräch mit Ralf Heckel, weil auch ich ihn menschlich achte und auch seine Arbeit und Einsatz schätze", so Rolf Hänsel.

Schwerer Abschied

Auch der abgesetzte Trainer bedauerte die Entwicklung.

"Ich kann natürlich nachvollziehen, dass es auch im Amateursport solche Entwicklungen gibt. Mir hat die Arbeit mit der Mannschaft und den Spielern und in der HSG viel Spaß gemacht, deshalb ist es gefühlsmäßig nicht so einfach für mich. Ich hoffe, dass die Spieler es so umsetzen können, wie sie es jetzt vorhaben und hoffe, dass wir den Klassenerhalt schaffen, doch das wird ganz schwierig", sagte Ralf Heckel.

Die Wortwahl zeigt wie sehr der jetzt Ex?Trainer mit Verein und Mannschaft verbunden ist.

 

Harald Jacobsen

 

Quelle: www.flensborg-avis.de