– Auch ein kompletter Kader hilft der HSG Ohrstedt-Ostenfeld (SZOWW) nicht weiter. Mit 27:35 (11:19) verlor das Team von Trainer Ralf Heckel bei der SG Wift/Neumünster und bleibt im Tabellenkeller der Oberliga stehen. Zwar konnte die HSG das erste Mal seit Saisonbeginn auf 14 Spieler zurückgreifen, nutzte diesen Vorteil aber nicht und offenbarte unübersehbare Schwächen. „Wir werden die Art und Weise dieser Niederlage besprechen müssen. So kann und darf es nicht weitergehen“, so Heckel.
Schnell lagen die Gäste mit 1:6 (11. Minute) im Hintertreffen. „Wir haben mal wieder die ersten Minuten verschlafen. Da spielte jeder für sich“, ärgerte sich Heckel über den schlechten Start. Bis zur 20. Minute kamen die Nordfriesen auf 6:7 heran und zeigten, dass sie mithalten konnten. Mehr aber auch nicht. Neumünster zog die Partie nun wieder an sich und lag zur Pause mit 19:11 klar vorn.
„Das sind Dinge, die ich nicht verstehe. Wir spielen zeitweise richtig gut, doch dann verfallen wir wieder ins alte Muster und versuchen, auf eigene Faust zu agieren“, kritisierte Heckel vor allen Dingen die Offensive, die sich oft in Einzelaktionen verstrickte.
Da half es auch wenig, dass mit Andreas Carstensen wieder ein Linkshänder im Team stand. Der gab nach einem halben Jahr Pause sein Comeback im Team. Auch der Einsatz von Kreisläufer Björn-Ove Peters aus der zweiten Mannschaft brachte Entlastung, aber nichts Zählbares.
Über die Stationen 25:17 und 30:21 feierten die Hausherren am Ende einen ungefährdeten 35:27-Sieg.
HSG SZOWW: Thomsen, Weinbach, Jensen – M. Hansen (3), Fuchs, A. Carstensen (4), Klenz (1), Flatterich (5), J. Hansen (3), H.-P. Carstensen, Plöhn (6), Behrens, Lohr (1), Peters (4). Wift: Steffen, Bente (je 6), Sellmer, Petersen, Rahn (je 5)
Quelle: www.shz.de
– Die Handballer der SG Wittorf/FTN arbeiten sich weiter an die Tabellenspitze der Oberliga heran: Am Sonnabend besiegte Blau-Weiß in souveräner Manier daheim das Schlusslicht HSG SZOWW mit 35:27 (19:11) und steht nun punktgleich mit Spitzenreiter TSV Hürup auf dem dritten Platz.
Der bisher höchste Saisonerfolg, bei dem überdies erstmals in dieser Serie die 30-Tore-Marke geknackt wurde, verlief für Wittorfer Verhältnisse vollkommen ungewöhnlich und mutete gerade in der zweiten Halbzeit im Vergleich zu sonst fast langweilig an. Und doch könnten sich die Fans an solche Auftritte durchaus gewöhnen, denn das Team des Trainerpaars Grit und Peter Bente dominierte die Partie von der ersten Sekunde an und hatte den Sieg genau genommen bereits zur Pause im Sack. Es bedurfte also keines der fast schon üblichen Herzschlagfinals, um sich der Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten zu entledigen – Wiederholung eindeutig erwünscht!
Peter Bente hatte zu Beginn mit Helge Rahn, Sven Steffen und Nicci-David Jüschke seine drei ältesten Feldspieler auf die Platte geschickt, und diese geballte Handball-Routine zahlte sich aus. Der Ball lief locker und unaufgeregt durch die eigenen Reihen, sodass Blau-Weiß ohne große Mühe ein 6:1 (9.) vorlegte, ehe Ohrstedts Trainer Ralf Heckel sich zu einer Auszeit gezwungen sah. Schon in dieser frühen Phase vergaben die Gastgeber allerdings weitere Chancen, was sich durch die gesamten 60 Minuten zog, sodass am Ende ein noch höherer Sieg hätte herausspringen können. Dieses „Elefantenschießen“ (O-Ton Peter Bente), gepaart mit einigen technischen Fehlern, führte stattdessen dazu, dass sich die Gäste wieder bis auf 6:7 (16.) herankämpften. Dies jedoch war der Weckruf für die SG Wittorf/FTN, die nun wieder die erforderliche Konzentration aufbrachte, Tempo und Spielwitz aufnahm und bis zur Pause wie ein Schweizer Uhrwerk auf 19:11 davonzog. Torhüter Thimo Gabriel war dabei mit zwölf gezeigten Paraden der gewohnt sichere Rückhalt einer sattelfesten Abwehr, die besonders Ohrstedts stärkste Waffe, die Anspiele an den Kreis, immer wieder unterband. Peter Bentes Kommentar zu den ersten 30 Minuten fiel kurz, aber zutreffend aus: „Das war locker-flockig.“
Es hatte Symbolcharakter, dass die Einheimischen schon nach wenigen Minuten wieder aus den Katakomben der gut gefüllten KSV-Halle herauskamen und sich Torwart Marco Göttsche ausgerechnet von den eigenen D-Juniorinnen für seinen Auftritt warm schießen ließ – Wittorf/FTN brauchte nach dem Seitenwechsel den Vorsprung nur noch zu verwalten. Als sich mit dem 20:11 durch den eingewechselten Lars Reinbacher wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff auch der letzte Wift-Akteur in die Torschützenliste eingetragen hatte, war auch der letzte Schönheitsfehler korrigiert und der Sieg nie mehr in Gefahr. Dies erkannte auch Gästecoach Heckel: „Wir hatten doch gar keine Chance mehr. Ich hoffe, wir können Wift beim nächsten Mal wieder etwas mehr ärgern.“ Den einzigen Wermutstropfen erlebte Jan-Christoph Trede. Nach seiner langwierigen Schulterverletzung gerade wieder in Tritt gekommen, sah er vom überkorrekt pfeifenden Schiedsrichterduo in der 36. Minute nach einem Griff an den Arm von Hauke Klenz die Rote Karte, obwohl eigentlich Matthias Sellmer hauptsächlich in dieser Situation beteiligt war. Die Zuschauer brachten für diese Entscheidung ebensolches Unverständnis auf wie für den Platzverweis gegen Ohrstedts Hans-Peter Carstensen, der bei einem Tempogegenstoß den Weg von Lars Bente gekreuzt und diesen damit zu Fall gebracht hatte (26.). In beiden Szenen dieser äußerst fairen Begegnung hätte eine Zeitstrafe allemal genügt.
SG Wift – HSG SZOWW. Drei Siege in Folge bugsierten Wittorf/FTN bis auf den vierten Tabellenplatz, und nun heißt es für das Team vom Trainerpaar Grit und Peter Bente: „nachlegen!“ Ein Testspiel gegen den Hamburger Oberligisten Barmstedter MTV (29:24) und der Pokalerfolg bei der SG Bordesholm/Brügge (25:23) am vergangenen Sonnabend hielten Blau-Weiß im Spielrhythmus. Nun sind gegen das SZOWW zwei Punkte fest im Visier, zumal danach mit den Reserveteams des THW Kiel und VfL Bad Schwartau wieder andere Kaliber warten. Die Ohrstedter fanden bisher überhaupt nicht in ihre dritte Oberligasaison und stehen mit 0:8 Punkten am Tabellenende. In der vergangenen Saison konnte Wittorf/FTN – André Borde, Jan-Christoph Trede und Lars Bente sind wieder im Kader – in beiden Begegnungen (26:31 daheim/26:26 auswärts) jedoch nicht gewinnen. „Es wird für uns eine schwierige Aufgabe sein. Wir dürfen in den ersten 30 Minuten nicht wieder überdrehen“, hofft Peter Bente auf einen zwar aggressiven, aber auch besonnenen Beginn. Aufhorchen lässt indes eine ganz andere Meldung. Die SG Wift bekam vom Kreisfußballverband eine Wildcard für das Holstenhallenturnier am 26. Dezember zugesprochen und mischt damit plötzlich auch in der Kickerszene mit (siehe untenstehender Bericht).
Quelle: www.shz.de