HSG SZOWW - MTV Herzhorn 21:38 (8:16)
Kaum ein Durchkommen gegen Herzhorn! (Photo: K.Hansen)
Schallende Ohrfeige für den Handball-Oberligisten HSG Ohrstedt-Ostenfeld (SZOWW), in Ohrstedt macht sich Unmut breit. Mit 21:38 (8:16) unterlag die HSG SZOWW dem MTV Herzhorn und war dabei nur in der ersten Viertelstunde konkurrenzfähig.
„Unsere neu formierte 6:0-Deckung stand in der Anfangsphase recht ordentlich. Leider konnten wir aber im Angriff keine Akzente setzen“, sagte Trainer Ralf Heckel. Die Würfe waren zu harmlos. Herzhorn zog nun das Tempo an und brachte die Partie mit kraftvollen Würfen aus dem Rückraum zum Kippen. Bis zur 23. Minute erhöhten sie auf 7:11 und hatten den Widerstand der Hausherren gebrochen.
„Das ist unser Problem: Bei Fehlern glauben wir nicht mehr an unsere Stärken und schenken das komplette Spiel her“, wunderte sich Heckel über das Verhalten seiner Spieler. Bis zur Pause schraubte Herzhorn den Vorsprung auf acht Tore hoch und konnte ganz beruhigt in die Kabine gehen.
Nach dem Wechsel dann das gleiche Bild. Einfallslosigkeit auf der einen Seite, Spielwitz und Aggressivität auf der anderen. Herzhorn traf nach Belieben und spielte sich in einen richtigen Rausch. Die HSG hingegen haderte weiterhin mit vielen schlechten Würfen, die sich meist als gegnerischer Konter sofort im eigenen Tor wiederfanden.
Bis zum 12:20 (37. Minute) hielt man den Acht-Tore Rückstand, ehe die HSG völlig einbrach. Über 13:25 verlor das SZOWW mehr als verdient mit 21:38 und blickt nun ganz schweren Zeiten entgegen.
„Herzhorn ist eigentlich kein Maßstab für uns. Trotzdem sollten wir uns langsam mal die Frage stellen, ob wir mit so einer Leistung überhaupt in die Oberliga gehören. In der derzeitigen Verfassung holen wir überhaupt keine Punkte“, sagte Trainer Heckel mehr als angefressen.
SZOWW: Weinbach, Thomsen – Hansen (1), Klenz (6), Flatterich (1), J. Hansen (1), Carstensen, Fuchs, Plöhn (4/4), Behrens, Peters (6), A. Carstensen (2).
Herzhorn: M. Hinrichs (14/3), S. Hinrichs (8), Hesse (5).
Quelle: www.shz.de
– „Das war eine runde Sache, die meine Männer da abgeliefert haben“, freute sich auch MTV-Trainer Manfred Kuhnke über den vierten Sieg seiner Männer in Serie.
Es gab einen nervösen Beginn auf beiden Seiten und entsprechend verliefen die ersten Minuten. Gerade mal die Torhüter kamen gut in die Partie. Auf Herzhorner Seite war es Niklas Kaven, der über fast die gesamte Spielzeit den Rückraumwürfen der Spielgemeinschaft trotzte und deren Schützen einen Wurf nach dem anderen „abkaufte“.
Fünf Minuten mussten sich die Zuschauer in der Carstensen-Halle gedulden, ehe das Heimteam das 1:0 per Strafwurf markierte. Doch Lasse Pingel glich umgehend aus. Dann übernahmen die Gäste aus Steinburg durch Malte Hinrichs das Zepter auf dem Spielfeld. Malte Hinrichs erzielte nicht nur die nächsten zwei Treffer, die das Heimteam aus Nordfriesland immer wieder egalisieren konnte, sondern sein „Wurf“ schlug insgesamt 14 Mal im gegnerischen Tor ein. So erhöhte er zusammen mit Stephan Hinrichs und Björn Dieckmann von 3:3 innerhalb von zwei Minuten auf 6:3 in der 10. Minute.
Bis zum 11:7 (23.) konnte die Spielgemeinschaft den Schaden noch begrenzen, aber eine immer stärker werdende Herzhorner Defensive ermöglichte schnelle Treffer über die erste und zweite Welle, so dass die konditionell unterlegenen Gastgeber immer wieder in der Rückwärtsbewegung „erwischt“ wurden. Vor allem Stephan und Malte Hinrichs schraubten den Vorsprung der Blau-Gelben weiter in die Höhe. Einen Treffer erzielten die Ohrstedter noch, während den Herzhorner noch fünf weitere bis zur Pause gelangen. Auch der Versuch, Stephan Hinrichs im Laufe der Halbzeit an eine etwas kürzere Leine zu nehmen, zeigte keine Wirkung und so wurden beim Stand von 16:8 die Seiten gewechselt.
„Wir wollen weiter geduldig spielen und uns auch durch eine andere Deckungsvariante nicht verunsichern lassen“, so die Ansage von MTV-Coach Kuhnke in der Pause.
Nach der Halbzeit erzielten zwar die Gastgeber den ersten Treffer durch Kreisläufer Peters, doch Niklas Ranft stellte den alten Acht-Tore-Abstand wieder her. Kurz darauf erhöhte Sven Hesse den Vorsprung der Herzhorner zum ersten Mal auf zehn Tore (20:10/35.). Ohrstedt verkürzte noch einmal auf 12:20 (37.).
Doch dann nahm das Herzhorner Spiel erneut Fahrt auf. Durch schnell vorgetragene Angriffe, resultierend aus einer starken Abwehr- und Torwartleistung, brach der MTV endgültig den Widerstand der Hausherren und zog unaufhörlich davon. So erzielte Stephan Hinrichs die erste Zwölf-Tore-Führung zum 25:13 in der 40. Minute.
Arne Clasen, der nach seiner Verletzung ein wenig Spielzeit sammeln konnte, brachte in der 52. Minute sein Team erstmals mit 15 Toren in Front, nachdem vorher bereits Malte Hinrichs und Lasse Pingel, der auf der Mittelposition glänzend Regie führte, jeweils auf 13 Tore erhöht hatten.
Nun ergab sich das Heimteam endgültig seinem Schicksal und die Herzhorner nutzten dies eiskalt aus. Eine 15-Tore-Führung hatte auch in der 57. Minute Bestand. Die Gastgeber erzielten noch einen Treffer, aber Torsten Weinberg mit einem Doppelpack und Björn Dieckmann erzielten im Schlussakkord noch drei Treffer für ihr Team, so dass am Ende ein hochverdientes 38:21 auf der Anzeigetafel zu sehen war.
„Ich bin sehr zufrieden, wie meine Männer in der zweiten Halbzeit weiter gespielt haben und so den Vorsprung ständig erhöhten“, waren die Schlussworte von MTV-Coach Manfred Kuhnke, der seinen Blick jetzt nach vorne richtet.
Durch den Sieg klettert der MTV Herzhorn in der Tabelle auf Platz zwei, Ohrstedt ist weiterhin Schlusslicht. Am nächsten Wochenende (Sonnabend 16.30 Uhr) trifft der MTV Herzhorn auf das Juniorteam des THW Kiel (5.) und bläst zur Zebrajagd.
HSG SZOWW: Thomsen, Weinbach – Hansen 1, Klenz 6, Flatterich 1, J.Hansen 1, Carstensen, Fuchs, Plöhn 4/4, Behrens, Peters 6, A.Carstensen 2
Siebenmeter: 3/3 (M.Hinrichs versenkt alle drei) : 4/4 (Plöhn trifft alle drei)
Zeitstrafen: 4 (Hesse und Lüders je zweimal) : 3 (Carstensen, Fuchs, Behrens)
Schiedsrichter: Lange/ Pollock mit solider Leistung
Zuschauer: 100