Interview mit Heiko Lohr

Heiko im Interview Heiko im Interview

Heiko, du bist nach nun fast 10 Jahren in der ersten Männer einer der dienstältesten Spieler im Team. Wie siehst du die Unterschiede in den jeweiligen Mannschaften?

Der Handball ist bis auf einige Regeländerungen und die damit verbundenen Veränderungen im Spiel ja gleich geblieben. Auch die Spieler an sich unterscheiden sich nicht großartig. Im Endeffekt will jeder den größtmöglichen Erfolg - für sich selber und für das Team! Die ganze Blase um die Mannschaft und um den Verein hat sich nur geändert. Früher erfuhr man mit Glück etwas über die Zeitung. Heute hat jeder eine eigene Homepage, es gibt Foren und sonstige Medien, über die man kommuniziert. Bedeutet, alles ist irgendwie transparenter geworden. 

Siehst du diese Entwicklung im Amateursport denn als positiv an?

Da bin ich geteilter Meinung. Auf der einen Seite finde ich es sehr gut, schnell über andere Mannschaften bescheid zu wissen und sich somit besser auf ein Spiel vorbereiten zu können. Auf der anderen Seite ist man aufgrund dieser Medien (speziel Internet) leichter angreifbar. Wir hatten diese Problematik in der letzten Saison sehr oft, dass sich Leute im Gästebuch verewigten, nur mit dem Wunsch, direkt die Personen anzugreifen. Dies ist m.E. nicht Sinn und Zweck! Es wird mir zuviel diskutiert, meist auch noch unter irgendeinem Pseudonym. Früher hat man sich am Tresen nach dem Spiel die Meinung gesagt - oder auch nicht! Auf jeden Fall war man mutig genug, sein Gesicht zu zeigen.   

Dabei habt ihr euch durch eure hohe Niederlage am Wochenende gegen Schülp doch nur noch stärker angreifbar gemacht!

Das stimmt natürlich! Wenn es um sachliche Themen geht, ist Kritik auch mehr als angebracht. In Schülp hatten wir uns sehr viel vorgenommen, dies aber nicht umsetzen können. Wir haben sehr schlecht gespielt und auch mit Recht so hoch verloren. Trotzdem darf man nun nicht anfangen, alles auf die Waagschale zu legen. Es war ein Spiel! Mehr nicht.... Wir werden versuchen, das Spiel gegen Hennstedt positiver zu gestalten.

Wie soll das gehen? Ihr hattet doch nur zwei Trainingseinheiten unter der Woche?

Im Prinzip können wir ja alle Handball spielen. Dies haben wir oft genug bewiesen. Leider kam an diesem Tag alles Schlechte zusammen, sodass wir schnell unsere Linie verloren hatten. Hier ist auch der Ansatz, an dem wir arbeiten. Wir müssen uns eindeutig mehr an unseren Aufgaben orientieren. Wenn dies jeder beherzigt, funktioniert die Mannschaft auch ganz anders. Wir sind nun einmal eine neu zusammengestellte Mannschaft ohne die "alten Recken". Automatismen kann noch niemand erwarten. Das braucht Zeit.

Thema Automatismen: Wie bewertest du den Abgang der "alten Recken"?

Wieso bewerten? Die Jungs haben sich rechtzeitig entschieden, in diesem Jahr ein wenig kürzer zu treten. Das muss man akzeptieren. Allesamt, von Kai bishin zu Paule, haben die Erste lange Zeit geprägt. Dafür sollte man dankbar sein. Nun sind wir an der Reihe zu zeigen, dass auch wir in der Oberliga bestehen können. Trotzdem wünsche ich ihnen alles Gute und hoffe, sie in eventuellen Notsituation nochmal an meiner Seite zu sehen.

Zum Abschluss noch eine Frage: Wie endet das erste Heimspiel gegen Hennstedt/Ulzburg am Samstag?

Ich hoffe auf einen Sieg, auch wenn es sehr sehr schwer werden könnte.....