HSG Weddingstedt/Henstedt/Delve – HSG SZOWW   25:22 (15:10)
Absoluter Tiefpunkt
 
Beim Auswärtsspiel in Weddingstedt am vergangenen Samstag setzte sich unsere rapide Talfahrt weiter fort und so gerieten wir bei den Dithmarschern mit 22:25 unter die Räder. Damit haben auch unsere Hoffnungen, noch zumindest den zweiten Platz ergattern zu können, einen herben Dämpfer erhalten.


Die Hausherren gingen von Anfang an mit dem nötigen Biss in die Partie und überraschten uns mit einem sehr offensiv ausgerichteten Abwehrverband, was uns nicht wirklich schmeckte. So brauchten wir eine ganze Weile, ehe wir uns einigermaßen an das Defensivverhalten der Weddingstedter gewöhnt hatten und konnten nach einem 4:7-Rückstand (13.) wieder zum 7:7 (17.) ausgleichen. Nun versäumten wir es jedoch, den Druck weiter aufrecht zu erhalten und verzettelten uns zusehends in völlig irrsinnige Einzelaktionen, wodurch uns die Partie langsam aber sicher aus der Hand glitt. Weddingstedt spulte sein Pensum munter herunter, nutzte jede sich bietende Lücke in unserer einmal mehr Landesligauntauglichen „Abwehr“ und setzte sich auf 7:13 ab. Man muss klipp und klar sagen, dass das was wir von der 20. bis zur 25. Minute gezeigt haben, mehr als grenzwertig war und wir uns beinahe der Lächerlichkeit preisgegeben haben…einfach nur grausig! Bis zur Halbzeit konnten wir zwar noch auf 10:15 verkürzen, doch bis dahin haben wir uns ganz armselig präsentiert. Torben appellierte in der Kabine in einem recht ruhigen Ton an unsere Ehre und war nach wie vor fest von einem Sieg überzeugt. Tempo anziehen und aggressive Deckungsarbeit lauteten die Devisen, doch nach Wiederanpfiff war davon recht wenig zu sehen, denn die Gastgeber erhöhten schnell auf 17:10. Erwähnenswert hierbei ist, dass ihnen dies in doppelter Unterzahl gelang, da wir im Spiel 6 gg. 4 mal wieder irgendwelche hochtrabenden Dinge ausprobieren wollten….ein einfaches Verlagern ist ja schließlich auch zu einfach!
Bis zum 12:19 konnte Weddingstedt seine 7-Tore-Führung behaupten, ehe Torben die Abwehr umstellte und Spothi nun auf der halbrechten Seite agieren ließ. Dort standen wir nun wesentlich gefestigter, was auf den Rest der Deckung und insbesondere auf Malte Jensen zwischen den Pfosten abfärben sollte. Während unseren Gegner langsam die Kräfte und auch die Konzentration verließen, erzielten wir sechs Treffer in Serie und waren beim 18:20 wieder voll im Geschäft. Beim 19:21 (51.) hatten wir dann sogar die Chance, bis auf ein Tor heranzukommen, doch der Konterpass auf Max Roloff war leider etwas zu lang. Beim 20:22 (55.) hatten wir dann erneut die Chance zum Anschlusstreffer, vergaben diese jedoch kläglich und äußerst fahrlässig. Beim Stande von 20:24 (57.) überschlugen sich die Angriffsaktionen beider Teams dann förmlich und so entwickelte sich ein wildes Scheibenschießen, was jedoch keine großartigen Auswirkungen mehr auf das Spiel hatte, da die Entscheidung sowieso schon gefallen war. Am Ende fuhren die Gastgeber einen viel umjubelten 25:22-Sieg ein und wir mussten einmal mehr als Verlierer vom Feld schleichen.


Beschweren dürfen wir uns über diese Niederlage keineswegs, denn wir haben uns erneut nicht als Mannschaft präsentieren können, in der die Spieler alles dem kollektiven Erfolg unterordnen. Viel mehr scheint es um Einzelschicksale zu gehen, dem persönlichen Erfolg, der eigenen Quote. Die eigenen Vorgaben und die des Trainers werden nach wenigen Minuten wieder über Bord geworfen und jeder meint, irgendeine glorreiche Idee zu haben. Wie glorreich diese wirklich sind, haben wir in den letzten Spielen gesehen. Es geht jetzt nicht mehr um persönliche Eitelkeiten, sondern einzig und allein darum, aus dieser Krise wieder herauszukommen…aus einer Krise die mittlerweile wirklich sehr ernst ist!